Harley's Enzo

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Zoll USA 2026: 0% Einfuhrzoll auf in den USA gebaute Motorräder und Autos

Zoll USA seit 1. Juli 2026: Auf ein Motorrad oder Auto, das wirklich in den USA gebaut wurde, zahlst du keinen Einfuhrzoll mehr. Du musst diesen Ursprung aber nachweisen können. Die Einfuhrumsatzsteuer bleibt. Hier liest du, wie das funktioniert, welche Sätze gelten und was du beim Import nach Deutschland insgesamt zahlst.

5 Min. Lesezeit

Zweifarbige Harley-Davidson Road King Twin Cam in Rot und Schwarz

Was hat sich beim Zoll auf US-Importe am 1. Juli 2026 geändert?

Bis zum Sommer 2026 zahltest du auf eine gebrauchte Harley aus den USA 6% Zoll, auf ein Auto 10%. Seit 1. Juli 2026 gilt die Verordnung (EU) 2026/1455. Sie setzt das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA um und schafft den Zoll auf fast alle gewerblichen Waren mit US-Ursprung ab. Dazu gehören auch Fahrzeuge. Weil der Zoll EU-weit einheitlich ist, gilt das in Deutschland genauso wie in jedem anderen EU-Land.

Für dich als Käufer heißt das: Ein Motorrad oder Auto, das wirklich in den USA gebaut und direkt aus den USA in die EU verschifft wird, zahlt in vielen Fällen 0% Zoll. Der Satz wird in der Zollanmeldung beantragt. Das spart schnell Hunderte bis Tausende Euro. Die Einfuhrumsatzsteuer bleibt aber.

Was zählt als US-Ursprung?

Es geht nicht darum, wo du das Fahrzeug kaufst, sondern wo es hergestellt wurde. Der Zoll schaut auf den sogenannten nichtpräferenziellen Ursprung: das Land, in dem das Fahrzeug vollständig hergestellt wurde oder seine letzte wesentliche Be- oder Verarbeitung erfahren hat. Außerdem muss es direkt aus den USA befördert werden.

  • Fällt darunter: eine Harley aus dem Werk in York oder Kansas City, ein Ford Mustang, ein RAM 1500, ein in den USA gebauter Jeep oder BMW X5.
  • Fällt nicht darunter: ein japanisches oder europäisches Auto, das du in Amerika kaufst, etwa ein Porsche oder ein außerhalb der USA gebauter Toyota. Und auch kein Pickup aus einem Werk in Mexiko oder Kanada.

Schnellcheck: Schau auf das erste Zeichen der Fahrgestellnummer (VIN). Eine 1, 4 oder 5 bedeutet gebaut in den USA, eine 2 steht für Kanada, eine 3 für Mexiko. Bei einer in den USA gebauten Harley-Davidson beginnt die VIN mit 1HD. Die VIN ist ein guter erster Hinweis, aber kein offizieller Nachweis.

Einfuhrzoll USA berechnen: die Sätze im Überblick

Der Einfuhrzoll wird als Prozentsatz vom Zollwert berechnet. Das ist der Kaufpreis plus Transport- und Versicherungskosten bis zur EU-Grenze. Diese Sätze gelten jetzt:

  • Motorrad oder Auto mit US-Ursprung: 0%, wenn du den Ursprung nachweisen kannst.
  • Motorrad über 250 cm³, nicht aus den USA: 6%. Bis einschließlich 250 cm³ sind es 8%.
  • Pkw, nicht aus den USA: 10%.
  • Oldtimer ab 30 Jahren in originalem Zustand: 0%, egal wo er gebaut wurde. Er wird dann als Sammlungsstück (Zolltarif 9705) eingeführt.

Unsicher, welche Warennummer oder welcher Satz für dein Fahrzeug gilt? Der Zolldienstleister, der die Zollanmeldung macht, prüft das im EU-Zolltarif.

Einfuhrumsatzsteuer: 19%, 7% oder niederländische Sätze

Neben dem Zoll fällt immer Einfuhrumsatzsteuer an, berechnet auf den Zollwert plus Zoll. Wie hoch sie ist und in welchem Land du sie zahlst, hängt davon ab, wo verzollt wird. Das Schiff kommt in Rotterdam an, und dann gibt es zwei Wege:

  • Verzollung in Rotterdam: Das Fahrzeug wird in den Niederlanden in den freien Verkehr überführt. Als Privatkäufer zahlst du dann niederländische Einfuhrumsatzsteuer: 21%, oder 9% für ein anerkanntes Sammlungsstück (Zolltarif 9705, mindestens 30 Jahre alt, originaler Zustand). Danach ist das Fahrzeug im freien Verkehr der EU und kommt ohne weitere Einfuhrabgaben nach Deutschland. Dort folgen nur noch die Vollabnahme beim TÜV (§ 21 StVZO), die Zulassung und die Kfz-Steuer.
  • Versandverfahren (T1) nach Deutschland: Das Fahrzeug fährt unter Zollaufsicht von Rotterdam zu einem deutschen Zollamt und wird dort verzollt. Dann zahlst du deutsche Einfuhrumsatzsteuer: 19%, oder 7% für ein anerkanntes Sammlungsstück. Das Versandverfahren läuft über einen Spediteur mit Sicherheitsleistung und kostet extra. Es lohnt sich deshalb vor allem bei teureren Fahrzeugen.
  • Kauf als Unternehmen: Kaufst du als Unternehmen mit USt-IdNr., kann das Fahrzeug in Rotterdam im Zollverfahren 42 ohne niederländische Einfuhrumsatzsteuer abgefertigt werden. Du meldest dann in Deutschland einen innergemeinschaftlichen Erwerb an (19%), den du gleich wieder als Vorsteuer abziehst. Auch die deutsche Einfuhrumsatzsteuer beim T1-Weg ist für dich als Unternehmen als Vorsteuer abziehbar. Im Ergebnis bleibt also keine Steuer als Kosten übrig.

Der Zoll ist auf beiden Wegen gleich, weil er EU-weit einheitlich ist. Wie ein Oldtimer als Sammlungsstück eingeführt wird, liest du unter Oldtimer aus den USA importieren. Wir rechnen dir beide Wege vorher durch.

Rechenbeispiel: eine Road King von 2012

Angenommen, du kaufst eine Road King von 2012, gebaut in den USA, und führst sie nach Deutschland ein. Der Zollwert (Kaufpreis plus Verschiffung und Versicherung) beträgt € 12.000. Vereinfacht sieht das so aus:

  • Vor dem 1. Juli 2026, Verzollung in Deutschland: 6% Zoll = € 720. Einfuhrumsatzsteuer 19% auf € 12.720 = € 2.416,80. Zusammen € 3.136,80.
  • Jetzt, mit US-Ursprung, Weg 2 (T1, Verzollung in Deutschland): 0% Zoll = € 0. Einfuhrumsatzsteuer 19% auf € 12.000 = € 2.280. Zusammen € 2.280.
  • Jetzt, mit US-Ursprung, Weg 1 (Verzollung in Rotterdam): 0% Zoll = € 0. Niederländische Einfuhrumsatzsteuer 21% auf € 12.000 = € 2.520. Zusammen € 2.520.

Auf Weg 2 sparst du in diesem Beispiel € 856,80 gegenüber früher. Weg 1 kostet hier € 240 mehr Einfuhrumsatzsteuer, dafür entfällt das Versandverfahren. Kaufst du als Unternehmen mit USt-IdNr., ziehst du die Steuer auf beiden Wegen als Vorsteuer ab (bei Weg 1 über Zollverfahren 42 und innergemeinschaftlichen Erwerb in Deutschland), als Kosten bleibt sie dann nicht übrig. Dazu kommen die Kosten für Entladen und Zollanmeldung, der Transport nach Deutschland, die Vollabnahme beim TÜV und die Zulassung. Eine Zulassungssteuer wie die niederländische BPM gibt es in Deutschland nicht; du zahlst nur die laufende Kfz-Steuer. Mehr dazu unter Kfz-Steuer für eine Harley aus den USA.

Wie weist du den US-Ursprung nach?

Hier liegt die Falle. Es gibt für diese Regelung kein Standard-Ursprungszeugnis. Ein Made-in-USA-Aufkleber oder ein Certificate of Origin reicht für sich allein nicht. Der Zoll kann zusätzliche Nachweise verlangen. Kannst du die nicht liefern, zahlst du doch den normalen Satz. Was hilft:

  • Der amerikanische Title mit der VIN.
  • Herstellerangaben, aus denen hervorgeht, wo das Fahrzeug gebaut wurde, zum Beispiel das Typschild oder ein Build Sheet.
  • Die Kaufrechnung.
  • Das Transportdokument (Bill of Lading), das zeigt, dass das Fahrzeug direkt aus den USA nach Rotterdam verschifft wurde.

Bei Motorrädern und Autos, die Harley’s Enzo in den USA kauft, bekommst du Title, Kaufrechnung und Transportdokument immer mit. Wir können die Verzollung in Rotterdam übernehmen oder das Versandverfahren nach Deutschland organisieren; der Zolldienstleister gibt in der Anmeldung den richtigen Code und den Verweis auf den Ursprungsnachweis an. Danach wird das Motorrad nach Deutschland transportiert, oder du holst es selbst ab.

Und Teile aus den USA?

Auch Teile und Zubehör mit US-Ursprung fallen unter die Regelung. Aber Achtung: Viele Aftermarket-Teile, die du in Amerika kaufst, sind in Asien hergestellt. Dann gilt der normale Zollsatz. Die Einfuhrumsatzsteuer zahlst du in jedem Fall.

Was zahlst du insgesamt?

Der Zoll ist nur ein Posten. Den vollständigen Überblick findest du unter Kosten für eine Harley aus den USA. Für Autos lies Auto aus den USA importieren. Du willst es für ein bestimmtes Fahrzeug wissen? Frag eine All-in-Berechnung an, dann rechnen wir es dir vorher durch.

Offizielle Quellen

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Zoll aus den USA

Seit 1. Juli 2026 nicht, wenn die Harley in den USA gebaut und direkt aus den USA verschifft wurde. Du musst den US-Ursprung aber nachweisen können. Eine Harley aus einem Werk außerhalb der USA kann weiter unter den normalen Satz von 6% fallen.

Das hängt davon ab, wo verzollt wird. Bei Verzollung in Rotterdam zahlst du niederländische Einfuhrumsatzsteuer: 21%, oder 9% für ein anerkanntes Sammlungsstück ab 30 Jahren in originalem Zustand (Zolltarif 9705). Danach kommt das Fahrzeug ohne weitere Einfuhrabgaben nach Deutschland. Läuft es im Versandverfahren (T1) zu einem deutschen Zollamt und wird dort verzollt, zahlst du deutsche Einfuhrumsatzsteuer: 19%, oder 7% für ein Sammlungsstück. Berechnet wird sie jeweils auf den Zollwert plus eventuellen Zoll. Kaufst du als Unternehmen mit USt-IdNr., kann das Fahrzeug in Rotterdam im Zollverfahren 42 ohne niederländische Einfuhrumsatzsteuer abgefertigt werden; in Deutschland meldest du dann einen innergemeinschaftlichen Erwerb an (19%), den du gleich wieder als Vorsteuer abziehst. Auch die deutsche Einfuhrumsatzsteuer beim T1-Weg ist als Vorsteuer abziehbar, als Kosten bleibt also keine Steuer übrig.

Nein, für sich allein nicht. Auch ein Made-in-USA-Aufkleber reicht nicht. Der Zoll kann zusätzliche Nachweise verlangen, etwa Herstellerangaben zum Bauort, den Title mit der VIN und das Transportdokument.

Nein. Die Regelung gilt nur für Waren mit US-Ursprung. Ein in Mexiko oder Kanada gebautes Fahrzeug fällt unter den normalen Satz, auch wenn du es in den USA kaufst.

Der Kaufpreis plus Transport- und Versicherungskosten bis zur EU-Grenze. Darauf wird der Zoll berechnet, und auf Zollwert plus Zoll die Einfuhrumsatzsteuer.

Ja. Der Zoll ist in der ganzen EU gleich, die 0% für Waren mit US-Ursprung gelten also überall. Die Einfuhrumsatzsteuer richtet sich dagegen nach dem Land, in dem verzollt wird, und die Zulassungskosten nach dem Land, in dem du zulässt. In Deutschland gibt es keine BPM, nur die Kfz-Steuer.

Willst du wissen, was dein Import kostet?

Schreib mir auf WhatsApp. Ich rechne dir vorher alles durch: Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, Transport nach Deutschland und Zulassung.

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