In diesem Artikel
Die kurze Antwort
| 20 Jahre oder älter | Gilt oft als Youngtimer. Manche Versicherer bieten ab diesem Alter spezielle Tarife. |
|---|---|
| 30 Jahre oder älter | Oldtimer: H-Kennzeichen möglich, pauschal 46,02 € Kfz-Steuer im Jahr. Bei der Einfuhr von außerhalb der EU als originales Sammlerstück 0% Zoll und 7% Einfuhrumsatzsteuer. |
| Bedingung | Guter, weitgehend originaler Zustand und ein Oldtimergutachten nach § 23 StVZO. |
| Hauptuntersuchung | Alle zwei Jahre, auch mit H-Kennzeichen. |
Umgangssprachlich und rechtlich ist ein Motorrad in Deutschland ab 30 Jahren ein Oldtimer. Wichtig ist aber der Zustand: ohne weitgehend originalen, gepflegten Zustand gibt es kein H-Kennzeichen.
H-Kennzeichen: ab 30 Jahren
Nach der Fahrzeug-Zulassungsverordnung ist ein Oldtimer ein Fahrzeug, das vor mindestens 30 Jahren erstmals zugelassen wurde, weitgehend dem Original entspricht, in gutem Erhaltungszustand ist und als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut gilt. Das prüft ein Sachverständiger in einem Oldtimergutachten nach § 23 StVZO.
Bei einem Motorrad aus den USA zählt die erste Zulassung dort. Der Title und das Modelljahr aus der VIN helfen beim Nachweis. Zeitgenössische Umbauten, also solche, die innerhalb der ersten Jahre üblich waren, sind in der Regel erlaubt. Moderne Umbauten wie ein anderer Motor oder ein moderner Rahmen können das H-Kennzeichen verhindern.
Für Harleys heißt das: Knuckleheads, Panheads, Shovelheads und Evos bis Baujahr 1996 können 2026 ein H-Kennzeichen bekommen, wenn sie original sind. Jedes Jahr kommt ein Baujahr dazu.
Kfz-Steuer mit und ohne H-Kennzeichen
Mit H-Kennzeichen zahlst du für ein Motorrad pauschal 46,02 € Kfz-Steuer im Jahr, egal wie groß der Hubraum ist. Ohne H-Kennzeichen richtet sich die Steuer nach dem Hubraum. Bei einer großen Harley ist das H-Kennzeichen deshalb oft günstiger.
Ein weiterer Vorteil: Fahrzeuge mit H-Kennzeichen sind von Fahrverboten in Umweltzonen ausgenommen. Bei Motorrädern spielt das zwar selten eine Rolle, bei Autos aber oft.
Keine Zulassungssteuer
Anders als etwa in den Niederlanden mit der BPM gibt es in Deutschland keine Steuer bei der Zulassung eines importierten Fahrzeugs. Du zahlst Zoll und Einfuhrumsatzsteuer bei der Einfuhr, danach nur die laufende Kfz-Steuer. Mehr dazu unter Kosten für den Import eines Motorrads aus Amerika.
Zoll: Sammlerstück ab 30 Jahren
Kommt das Motorrad von außerhalb der EU, zum Beispiel aus Amerika, kann es ab 30 Jahren als Sammlerstück angemeldet werden. Bedingung ist, dass es im Originalzustand ist und das Modell nicht mehr gebaut wird. Dann zahlst du bei Verzollung in Deutschland 0% Zoll und 7% Einfuhrumsatzsteuer statt 6% Zoll und 19%. Der Zoll entscheidet im Einzelfall.
Alle Details mit Rechenbeispiel liest du unter Oldtimer aus den USA importieren.
Eine Oldtimerversicherung für dein Motorrad
Viele Versicherer haben eine eigene Oldtimer- oder Klassikerversicherung, oft mit niedrigerer Prämie. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Versicherer. Oft muss das Motorrad mindestens 20 oder 30 Jahre alt sein, es gibt eine maximale Jahresfahrleistung, und manchmal brauchst du ein anderes Fahrzeug für den Alltag. Vergleich also vor allem die Bedingungen, nicht nur die Prämie.
Und die HU?
Auch mit H-Kennzeichen muss ein Motorrad alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Ein Motorrad aus Amerika braucht vor der ersten Zulassung außerdem eine Einzelabnahme nach § 21 StVZO. Wie das läuft, liest du unter US-Harley beim TÜV: Checkliste für die Einzelabnahme.
Welche Harleys sind jetzt Oldtimer?
- Knucklehead (1936-1947), Panhead (1948-1965) und Shovelhead (1966-1984): alle Vorteile. Sammlerstück bei der Einfuhr und H-Kennzeichen. Sieh dir den Shovelhead an.
- Evo bis Baujahr 1996: 2026 ebenfalls 30 Jahre alt, also Sammlerstück bei der Einfuhr und H-Kennzeichen möglich, wenn original.
- Harleys von 1997 bis 2001 (späte Evos und die ersten Twin Cams): noch normaler Zoll und 19% Einfuhrumsatzsteuer, in den nächsten Jahren aber auch 30.
Jedes Jahr kommt ein Baujahr dazu. Sieh dir die Harleys an, die gerade zu verkaufen sind.