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Regeln & Vorschriften

US-Harley-Davidson beim TÜV: Checkliste für die Einzelabnahme

Eine Harley-Davidson aus Amerika zu importieren ist das eine, aber bevor du damit in Deutschland fahren darfst, muss das Motorrad zugelassen werden. Bei einer amerikanischen Harley sind einige Punkte anders als bei einem in Europa ausgelieferten Motorrad. Bei Harley’s Enzo kaufen und prüfen wir Motorräder in Amerika und verschiffen sie nach Rotterdam. Wir haben also einiges an Praxiserfahrung damit, amerikanische Harley-Davidsons für die Abnahme vorzubereiten. Hier ist unsere Checkliste.

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Zwarte Harley-Davidson bij een RDW-keuringsstation

Einzelabnahme nach § 21 StVZO: wie läuft das?

Ein Motorrad aus den USA hat keine EU-Typgenehmigung und kein CoC-Papier. Für die Zulassung in Deutschland braucht es deshalb in der Regel eine Einzelabnahme nach § 21 StVZO bei TÜV, DEKRA oder GTÜ. Der Prüfer erstellt ein Gutachten, mit dem du zur Zulassungsstelle gehst.

  • Bei älteren Harleys, etwa vor Mitte der 2000er, beschränkt sich die Abnahme meist auf Identifizierung, Beleuchtung, Geräusch und den technischen Zustand.
  • Bei jüngeren Motorrädern können zusätzliche Nachweise zu Abgas und Geräusch nötig sein. Das kann die Abnahme aufwendiger und teurer machen. Frag vorher beim Prüfer nach.
  • Ist das Motorrad 30 Jahre oder älter und in gutem, weitgehend originalem Zustand, kann zusätzlich ein Oldtimergutachten nach § 23 StVZO erstellt werden. Dann gibt es ein H-Kennzeichen.

Die Punkte unten sind die, an denen eine US-Harley in der Praxis am häufigsten hängen bleibt. Was im Einzelfall verlangt wird, entscheidet der Prüfer. Klär deshalb vorab mit deiner Prüfstelle, was sie für dein Modell braucht.

Zuerst VIN und amerikanischen Title prüfen

Eines der ersten Dinge, die wir prüfen, ist die VIN (Vehicle Identification Number), also die Fahrgestellnummer.

Die VIN muss gut lesbar sein und mit der Nummer auf dem amerikanischen Title und den übrigen Dokumenten übereinstimmen.

Mach diese Prüfung am besten schon, bevor du das Motorrad in Amerika kaufst. Ein Fehler in einem Dokument lässt sich meist leichter lösen, solange das Motorrad noch beim amerikanischen Verkäufer steht, als wenn es schon in Europa angekommen ist.

Wir prüfen deshalb immer:

  • die VIN am Rahmen;
  • die VIN auf dem amerikanischen Title;
  • die Fahrzeugdaten in den Dokumenten;
  • ob die VIN klar und original lesbar ist.

Stimmt etwas nicht, klär das, bevor du das Motorrad verschiffst. Den Title brauchst du später auch für Zoll und Zulassung.

Die Motornummer muss gut lesbar sein

Neben der Fahrgestellnummer ist auch die Motornummer wichtig. Wir prüfen die Motornummer bei jeder amerikanischen Harley-Davidson, die wir für eine Abnahme vorbereiten.

Die Nummer muss gut lesbar sein, und die Herkunft des Motors muss klar sein.

In Amerika kommt es vor, dass ein Motor im Lauf des Motorradlebens getauscht wurde. Das heißt nicht automatisch, dass das Motorrad nicht abgenommen werden kann, aber du willst zeigen können, woher der Ersatzmotor stammt.

Wurde der Motor getauscht oder passt die Nummer nicht zu dem, was du erwartest? Dann sorg für Unterlagen, zum Beispiel:

  • eine Rechnung für den Motor;
  • einen Kaufbeleg;
  • eine Rechnung für Reparatur oder Einbau;
  • einen anderen Nachweis, mit dem sich die Herkunft des Motors belegen lässt.

Das prüfst du am besten schon beim Kauf in Amerika.

Orange Reflektoren vorn

Das scheint ein kleines Detail, aber eines, das man nicht vergessen sollte.

Bei vielen amerikanischen Harley-Davidsons sitzen orange Reflektoren an beiden Gabelholmen vorn. Lass sie dran, und prüf, ob beide vorhanden sind.

Wir haben bei Abnahmen erlebt, dass fehlende Reflektoren zu einer Beanstandung führten. Hinten braucht das Motorrad in jedem Fall einen roten Rückstrahler.

Amerikanische Blinker, die dauerhaft leuchten

Das ist wahrscheinlich einer der häufigsten Unterschiede zwischen einer amerikanischen und einer europäischen Harley-Davidson.

Bei vielen amerikanischen Harleys leuchten die vorderen gelben Blinker dauerhaft. Sie funktionieren dann als sogenannte Running Lights. Wenn du blinkst, beginnt dieselbe Lampe zu blinken.

Für die Abnahme in Deutschland muss diese Funktion geändert werden. Die vorderen Blinker müssen normalerweise aus sein und nur blinken, wenn du die Richtung anzeigst.

Also:

  • normal fahren: Lampe aus;
  • Richtung anzeigen: Lampe blinkt;
  • Blinker aus: Lampe wieder aus.

Prüf das, bevor du zum TÜV fährst. Je nach Harley-Modell und Baujahr wird diese amerikanische Running-Light-Funktion unterschiedlich abgeschaltet.

Gelbe Leuchte im vorderen Kotflügel

Bei bestimmten amerikanischen Harley-Davidson-Modellen, unter anderem bei verschiedenen Electra Glides, findest du eine gelbe Leuchte im oder am vorderen Kotflügel.

Diese gelbe Beleuchtung darf nicht dauerhaft leuchten. Wir prüfen das deshalb vor der Abnahme und schalten die Leuchte bei Bedarf ab.

Achtung: das ist etwas anderes als die orangen Reflektoren an den Gabelholmen. Die sollen dran bleiben.

Rote Blinker hinten

Eine weitere Frage, die wir regelmäßig bekommen, betrifft die roten Blinker hinten an amerikanischen Harleys.

Bei amerikanischen Ausführungen können die hinteren Blinker rot sein, oft kombiniert mit Brems- und Rücklicht. In Deutschland verlangen Prüfer in der Regel gelbe (orange) Blinker. Rechne also damit, dass rote Blinker hinten gegen gelbe mit E-Prüfzeichen getauscht oder entsprechend umgebaut werden müssen.

In den Niederlanden dürfen rote Blinker an älteren US-Motorrädern oft bleiben. Für Deutschland gilt das meist nicht.

Der MPH-Tacho

Auch der Tacho sorgt regelmäßig für Verwirrung. Eine amerikanische Harley-Davidson hat meist einen Tacho, auf dem MPH (Meilen pro Stunde) die Hauptanzeige ist.

In Deutschland muss der Tacho die Geschwindigkeit in km/h anzeigen. Viele US-Tachos haben zusätzlich eine kleine km/h-Skala, das reicht in der Regel. Bei einem reinen MPH-Tacho brauchst du eine Anpassung, zum Beispiel ein anderes Zifferblatt oder einen Tacho mit km/h-Anzeige. Bei elektronischen Instrumenten lässt sich die Anzeige oft umstellen.

Scheinwerfer und restliche Beleuchtung prüfen

Prüf vor der Abnahme die komplette Beleuchtung des Motorrads, unter anderem:

  • Abblendlicht;
  • Fernlicht;
  • Rücklicht;
  • Bremslicht;
  • Kennzeichenbeleuchtung;
  • Blinker;
  • eventuelle zusätzliche amerikanische Beleuchtung.

Prüf nicht nur, ob eine Lampe leuchtet, sondern auch, ob alles richtig funktioniert. Achte außerdem auf E-Prüfzeichen an Scheinwerfer und Leuchten. Ein US-Scheinwerfer mit DOT-Kennzeichnung wird nicht immer akzeptiert; manchmal ist ein Scheinwerfer mit E-Prüfzeichen nötig.

Vor allem bei älteren amerikanischen Harleys wurde über die Jahre oft an der Verkabelung gearbeitet. Zubehörblinker, andere Rücklichter und Custom-Beleuchtung kommen häufig vor. Teste deshalb alles vor deinem Abnahmetermin.

Auspuff und Geräusch

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Auspuff.

Viele Harley-Davidsons fahren in Amerika mit Zubehörauspuffanlagen, zum Beispiel offene Dämpfer oder Anlagen von Vance & Hines, Rinehart oder Screamin’ Eagle.

Vor allem das Geräusch kann in Deutschland zum Problem werden. Ohne E-Prüfzeichen oder ABE für den Auspuff muss der Prüfer das Standgeräusch messen und beurteilen. Sehr laute offene Anlagen fallen dabei durch.

Hast du eine Harley mit sehr lauten offenen Auspuffen gekauft, prüf das vor der Abnahme. Einen leiseren oder originalen Auspuff vor dem Termin zu montieren, kann viel Ärger ersparen.

Prüf dabei auch den Luftfilter, vor allem wenn das Motorrad in Amerika stark umgebaut wurde.

Reifen und Bremsen

Ein Motorrad, das jahrelang in Amerika gefahren ist oder gestanden hat, muss natürlich auch technisch in Ordnung sein. Wir prüfen deshalb vor der Abnahme die Reifen unter anderem auf:

  • genug Profil;
  • Beschädigungen;
  • Trockenrisse;
  • richtige Größe;
  • Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsindex;
  • Freigängigkeit rund um den Reifen.

Bei Custom-Harleys achten wir besonders auf breite Hinterreifen. Ein Reifen darf nirgends am Kotflügel, am Riemen oder an anderen Teilen des Motorrads schleifen.

Auch die Bremsen prüfen wir sorgfältig: Beläge, Scheiben, Bremsleitungen und eventuelle Undichtigkeiten, vorn und hinten.

Vergiss außerdem die Bremslichtschalter nicht. Das Bremslicht muss sowohl bei der Vorderradbremse als auch bei der Hinterradbremse richtig funktionieren.

Spiegel und Hupe

Auch einfache Teile können Probleme machen. Prüf deshalb, ob die nötigen Spiegel vorhanden sind und genug Sicht nach hinten geben. Ideal sind Spiegel mit E-Prüfzeichen.

Bei Custom-Harleys sind manchmal extrem kleine Spiegel montiert. Das kann gut aussehen, aber prüf vorher, ob sie brauchbar sind.

Teste auch die Hupe. Eine nicht funktionierende Hupe ist vorher leicht zu reparieren und kein guter Grund, zur Nachprüfung zurückzumussen.

Vorsicht bei stark umgebauten Harleys

Ein anderer Auspuff, Lenker oder Felgensatz heißt nicht sofort, dass ein Motorrad ein kompliziertes Verfahren braucht. Bei großen konstruktiven Änderungen kann das anders sein.

Denk an einen geänderten Rahmen, einen anderen Radstand, eine stark umgebaute Gabel oder eine andere tiefgreifende Konstruktionsänderung. Bei solchen Motorrädern können zusätzliche Gutachten nötig sein, und für ein H-Kennzeichen zählen nur zeitgenössische Umbauten.

Prüf deshalb bei einem stark umgebauten amerikanischen Chopper schon vor dem Kauf, was genau an Rahmen und Konstruktion geändert wurde.

Unsere Checkliste vor dem TÜV

Bevor eine amerikanische Harley-Davidson zur Abnahme geht, prüfen wir mindestens:

Dokumente und Identifizierung: VIN lesbar und gleich wie auf dem Title, Motornummer lesbar und bei getauschtem Motor ein Herkunftsnachweis vorhanden.

Beleuchtung: Abblendlicht, Fernlicht, Rücklicht, Bremslicht, Kennzeichenbeleuchtung und alle Blinker funktionieren. Die vorderen US-Blinker leuchten nicht dauerhaft, und eventuelle gelbe Leuchten im vorderen Kotflügel sind abgeschaltet.

Reflektoren: orange Reflektoren an beiden Seiten vorn, roter Rückstrahler hinten.

Technik: Reifen, Bremsen, Radlager, Lenkkopflager, Hupe und Spiegel sind geprüft, und es gibt keine gefährlichen Undichtigkeiten oder losen Teile.

Auspuff: der Auspuff ist technisch in Ordnung, und das Motorrad ist nicht unnötig laut.

Typisch für Deutschland: rote Blinker hinten werden meist gegen gelbe getauscht, und der Tacho muss km/h anzeigen. Ab 30 Jahren lohnt sich das Oldtimergutachten für das H-Kennzeichen.

Das Motorrad prüfen, bevor es Amerika verlässt

Der wichtigste Rat ist eigentlich ganz einfach: Prüf so viel wie möglich, bevor das Motorrad Amerika verlässt.

Einen fehlenden Reflektor oder falsch angeschlossene Blinker kann man in Europa leicht beheben. Ein Problem mit VIN, Motornummer oder amerikanischem Title ist eine andere Geschichte.

Bei Harley’s Enzo schauen wir uns Motorräder in Amerika an und kaufen sie dort, und genau deshalb achten wir schon beim Kauf auf diese Punkte. Eine gute Vorbereitung vor dem Kauf und vor der Abnahme verhindert Überraschungen, Zusatzkosten und unnötige Nachprüfungen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur TÜV-Abnahme

In der Regel ja. Ohne EU-Typgenehmigung braucht ein Motorrad aus den USA eine Einzelabnahme nach § 21 StVZO bei TÜV, DEKRA oder GTÜ. Bei jüngeren Motorrädern können zusätzliche Nachweise zu Abgas und Geräusch nötig sein.

Der Tacho muss in Deutschland km/h anzeigen. Hat der US-Tacho zusätzlich eine km/h-Skala, reicht das in der Regel. Bei einem reinen MPH-Tacho ist eine Anpassung nötig.

In Deutschland meist nicht. Prüfer verlangen in der Regel gelbe Blinker mit E-Prüfzeichen. Rechne also mit einem Umbau.

Leuchten die vorderen Blinker dauerhaft als Running Lights, muss diese Funktion geändert werden. Sie müssen normalerweise aus sein und nur blinken, wenn du die Richtung anzeigst.

Bei vielen US-Harleys sitzen sie ab Werk an den Gabelholmen. Lass sie dran. Wir haben erlebt, dass fehlende Reflektoren beanstandet wurden. Hinten ist ein roter Rückstrahler Pflicht.

Viele amerikanische Harleys fahren mit Zubehörauspuffanlagen und offenen Dämpfern. Ohne E-Prüfzeichen oder ABE misst der Prüfer das Geräusch, und sehr laute Anlagen fallen durch.

Das muss kein Problem sein, aber du musst zeigen können, woher der Ersatzmotor stammt, zum Beispiel mit einer Rechnung, einem Kaufbeleg oder einem Nachweis über Reparatur oder Einbau.

Eine Harley-Davidson aus Amerika kaufen?

Du hast selbst eine Harley-Davidson in Amerika gefunden oder suchst ein bestimmtes Motorrad? Harley’s Enzo hilft beim Suchen, Prüfen, Kaufen und Verschiffen von Motorrädern aus Amerika nach Europa. Weil wir das Motorrad schon in Amerika genau prüfen, wissen wir besser, was nach Europa kommt und welche Punkte vor der TÜV-Abnahme Aufmerksamkeit brauchen.

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